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"Das gute Glück"
Installation von Sylvia
Catharina Hess
In seinem
Gedicht „Die blaue Blume“ (1818) besingt Joseph von
Eichendorff einen rastlos Suchenden auf der Jagd nach der
blauen Blume: „Ich suche und finde sie nie“.
Die blaue Blume erscheint ihm als Sinnbild für sein „gutes
Glück“. Diese realitätsferne Hoffnung auf einen Zustand
andauernden Glücks bezieht er auf den Roman „Heinrich von
Ofterdingen“, den der Dichter Novalis 18 Jahre zuvor
geschrieben hatte.
Die blaue
Blume machte Karriere: in Literatur und bildender Kunst
wurde sie zum Symbol der Sehnsucht. Auch die
Wandervogelbewegung griff dies auf und machte sie in vielen
Gedichten zum Sinnbild für die Sehnsucht nach der Ferne.
So wie
Novalis sie verstand, dürfte die blaue Blume aber eher für
die Sehnsucht nach der Einheit von Realität und Traumwelt
gestanden haben. In Heinrichs Traum von der blauen Blume
erscheint in der Mitte der Blüte Mathildes Gesicht als
Sinnbild der Liebe. Diese ist für die Romantiker Grundlage
des Denkens: Liebe macht denken, über Liebe, über sich
selbst; sie macht fühlen; ist Weg zum höheren Ich. Schon
Friedrich Schlegel hatte sie 1799 in „Lucinde“ derart
idealisiert, dass in seiner „dithyrambischen Fantasie“ die
Geschlechtergrenzen überwunden werden. Bei Novalis bekommt
sie eine überirdische Bedeutung, frei von Erotik. Die
Beschreibung des Traums von der blauen Blume hat
rauschhaften synästhetischen Charakter, evtl. hervorgerufen
durch die Einnahme von halluzinogenen Pflanzenextrakten wie
Passiflora incarnata oder Ipomea (beides blaue Blumen).
Die
Installation spannt einen Bogen vom romantischen Ideal zur
abgeklärten Sicht des postmodernen Individuums, das erkennt:
Das gute Glück, das findest du allein in dir.
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